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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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Fünftes Kapitel.

Ungefahr um diese Zeit beschloß der Fürst (der esgern in allen Dingen Kaisern und Königen nachthat),eine Leibgarde zu errichten, die aus lauter Kernleutenvon ausgezeichneter Länge bestehen sollte. Er ließ zudiesem Soldatenspiel die Riesen seines ganzen Zwerg-staates aufsuchen und sie mit der Grenadiermütze schmü-cken. Kein geschickter Handwerker, kein Künstler, keinHausvater ward verschont. Wer andern Menschen überden Kopf gewachsen war, mußte dafür büßen und zurFahne schwören. Oberbefehlshaber der neuen Leibwacheund Generalfeldmarschall der ganzen Armee (deren Stärkewenigstens zweihundert Mann betrug) war der Mini-ster Sonnenstein, der überhaupt die sämmtlichen höch-sten Staatsämter in seiner unwürdigen Person vereinte.Cr übernahm ohne Bedenken die ungleichartigsten Po-sten, wenn nur etwas dabei zu gewinnen war. Csfehlte ihm zwar bei allen die Oberjägermeisterstelleallein ausgenommen an Fähigkeit zu ihrer Verwal-tung; doch das kümmerte ihn nicht. Wem Gott einAmt gibt, dachte er, dem gibt er auch Verstand.

Die Errichtung der Garde kostete übrigens viel Mühe.Alle Goliathe des Ländchens standen schon in Reihe undGlied, und sie war noch lange nicht vollzählig. Manmußte nun den Maßstab der Rekruten etwas verjüngenund sich mit kleinern Leuten begnügen. Was diesen