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den Annehmlichkeiten der Stadt und des Hofes leichtverdrängen lassen.
Der unerfahrne Mann! Er kannte seinen Hof nochnicht! Dort war es keinem Kammerjunker erlaubt, einbürgerliches Mäochen zur Gattin zu wählen. Eine solcheMißheiraih hielt zwar vormals ein russischer Kaiser fürkeine Schande, und er fuhr auch nicht übel dabei; aberden Kammerinnkern und überhaupt dem ganzen Hof-adel in ** war diese Erniedrigung bei Vermeidung fürst-licher Ungnade untersagt.
Als Sonnenstein dieses Gesetz erfuhr, war er un-schlüssig, ob er Marien und der Redlichkeit, oder seinerHofstelle entsagen wollte. Er wog und wog; und manhätte glauben sollen, ein liebenswürdiges Mädchen undeinige tausend Eide müßten schwerer wiegen, als einKammerjunkerspatent; aber nein! die Schale des letz-ter» sank, und jene stieg. Sein Gewissen, das noch nichtganz in einen Todkenschlaf gefallen war, täuschte erdurch den flüchtigen Einfall, daß er dem Fürsten nureine kurze Zeit dienen und dann seinen Abschied nehmenwolle, um die Verlobte zum Altar zu führen.
Allein es gefiel ihm bald so sehr am Hofe, daß ersich zu schwach fühlte, ihn wieder zu verlassen. DieDamen der großen Welt bezauberten ihn durch ihrengeschmeidigen Gesellschaftston und die feine Kunst, zugefallen, die er an seinem natürlichen Lanvmädchen ver-mißte. Verschiedene Grazien des Hofes bemühten sich,den angehenden Günstling des Fürsten zu erobern, undeiner jungen schlauen Wiltwe gelang es, ihm das Netzihrer Reize über den Kopf zu werfen. Cr sträubte sichzwar anfangs gegen ihre Fesseln; dieß geschah aber nichtaus Liebe gegen Marien, sondern aus Furcht vor ihr.