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Drittes Kapitel.
Hier wäre ein schicklicher Ort, Svnnenstcins Charak-tergemälde aufzustellen, wenn ein Unding sich malenließe. Der von Natur nicht böse, aber flache und un-beständige Mensch hatte keinen Charakter.
Als er Marien Feldheim — dieß war der Name derUnglücklichen — ewige Treue schwor, geschah es ohneNachdenken und Ueberlegung, doch mit dem redlichenVorsatz, sein Wort zu halten. Er liebte sie wirklich,und war nach erfolgter Uebernahme der väterlichen Gü-ter schon im Begriff, bei dem alten Feldheim um seineTochter zu werben, als ihn mit Einem Male der Wind-stoß eines zufälligen Ereignisses vom Pfade der Recht-schaffenheit hinwcgblies.
Der Fürst, ein leidenschaftlicher Jäger, hielt in derNähe der Sonnensteinischen Güter eine Parforcejagd.Alle benachbarte Edelleute nahmen an der empfindsamenFürstenlust Theil. Auch Sonnenstein folgte auf einemenglischen Renner der wilde» Jagd. Der Fürst bemerktemit Wohlgefallen, daß er so trefflich beritten war, fragtenach seinem Namen und lobte sein edles Roß. Als dieHetze einige Stunden gedauert hatte, waren alle Jagd-pferde müde und blieben weit hinter dem flüchtigenWilde zurück. Nur der Fürst und Sonnenstein setztennoch einem hauenden Schweine nach.
Kaum bemerkte der Eber die schwache Zahl seiner