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IX.
Das Rosenmädchen.
Oer General von Lindenkron batte seinen Abschiedgenommen und sich auf seine Güter begeben. SeinStammhaus Lindenkron lag in einer bezaubernden Ge-gend; die Bauern waren wohlhabend, und erhoben sichdurch Sittlichkeit und anständiges Betragen über andereLandleule. Diese Veredlung war das Werk ihres Pfar-rers, eines musterhaften Mannes, der seit zwanzigJahren an der Bildung seiner Gemeinde treulich gear-beitet hatte.
Fast eben so lange war der General durch Feldzüge,Reiten und die Lustbarkeiten der Hauptstadt von seinenLändereien getrennt gewesen. Aber sei» gefühlvollesHerz, das sich weder in Schlachte» verhärtet, noch amHofe verkeiltet hatte, war für die Schönheiten derNatur empfänglich geblieben. Ihm gewährte daher seinGut, wo er mit dem blühenden Mai zugleich einzog,eine» erfreulichen Aufenthalt. Doch nach einigen Wochenbeschlich ihn ein Mißbehage», dem er keinen Namen zugeben wußte. Er hielt es für ein körperliches Nebelund ließ einen Arzt kommen.