Wagestück unternehmen. Zch werde mich morgen ge-radezu bei der Frau von Riedau anmeldcn lasten."
Das geschah des folgende» Tages kurz vor Tische.Er ließ um Erlaubniß bitten, die Damen zur Komödieabzuholcn. Aber Kauz kam mit der Antwort zurück:ihre häusliche Eingezogenheit, die sie sich zum Gesetzgemacht hätten, erlaube nicht. Besuch anzunehmen.
„Avermal eine Niete!" brummte der Baron.
„Vielleicht kann ich Ew. Excellenz noch heute zu ei-nem Gewinn verhelfen," sagte Kauz. „Ich hörte vonder Kammerjungfer, daß ikre Herrschaft eben im Be-griff stehe, nach Pfaucnscld zu fahre» und dort zuspeisen." —
„Pfauenfeld? Was ist das für ein Ort?" —
„Ein angenehmes, von der hiesigen feinen Welt starkbesuchtes Dörfchen, drei Stunden von hier." —
„Ei, so will ich doch auch dahinfahren! Geschwindeinen Wagen!" —
Kauz war vermuthlich zu bequem, einen Gang dar-nach zu thun; denn nachdem er sich einige Zeit entfernthakte, erschien er wieder mit der Meldung: es sey jetztsogleich in der Stadt keine Mielhkutsche zu bekommen,doch finde man immer einige vor dem Thore zu Jeder-manns Diensten bereit. Der Baron besann sich nichtlange; er eilte mit seinem Nachtreter hin auf den Platz,wo die Fiaker hielten.
Zum Unglück war nur ein einziger da, und in diesenstieg eben ei» junger Laste vom Schlage des naseweisenFranzöslers, der Abends vorher die schwere deutscheHand des Barons beinahe gefühlt hätte. „Wollen Siemit nach Pfaucnfeld fahren?" rief der Kutscher denAnkommenden zu. „Ja, ja!" sagte der Baron und eilte