„Sorgt doch nicht für mich!" sprach er lachend.„Unser einer weiß sich in allen Fällen gegen Lift undBetrug zu bewahren."
Nach aufgehobener Tafel führten ihn verschiedeneHerren bei Seite, und in einer halben Stunde warenschon drei Theile der Erbschaft gegen annehmliche Sicher-heiten untergebracht.
Er kam in der Hauptstadt an, trat im vornehmstenGasthofe ab, und seine erste Sorge war, sich mit einemLohnbedienten zu versehen. Der Wirth wollte ihmeinen treue» Mann zuweisen; allein er verbat cs. „MeinGrundsatz ist: Trau, schau, wem!" sprach er. „StellenSie mir die Menschen vor, die gewöhnlich in diesemHause die Fremden bedienen. Ich will mir einen da-von erkiese», und hoffe keinen Fehlgriff zu thnn, daich mit der Gesichts- und Mienenkunde ein wenig be-kann bin."
Cs erschienen drei Candidalen. Zwei derselben tratenernst und schweigend mit mäßigen Berbeugungen auf.Der dritte bückte sich so tief als möglich, küßte demWahlherrn die Hand und erbot sich mit geläufigerZunge Sr. Excellenz zu unterthänigsten Diensten.Der Titel Excellenz kitzelte den Baron, weil er ihmnicht znkam; die freundliche Gesichtsbildung des Gnnst-schleichers gefiel ihm; er schickte die Sanertöpfe fortund wählte den kriechenden Lächler. Der Hauswirthschüttelte darüber den Kopf, und fing an, die gerühm-ten physiognomischen Kenntnisse seines Gastes zu be-zweifeln.
Am folgenden Tage fuhr der Baron ins Sterbehaus,um die ererbten Goldstücke in Empfang zu nehmen.Das ging aber nicht so geschwind, als er dachte. Der
Laugbein'S sämmtt. Schr. XV. Bd. 8