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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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Seite
109
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lassen; den» jede Gattin, die sich solche zweideutigeAeußerungen leichtsinnig erlaubt, gibt dadurch andernMännern gleichsam ein Signal, sich ihr mit Sieges-hoffnung zu nahen.

Art. 8.

Ferdinand wird Luisen öffentlich ehren, damit sie auchvon Andern geehrt werde. Er wird keinem andernFrauenzimmer durch schmeichelhafte Huldigungen , dieüber die Schranken der geselligen Höflichkeit hinausgehen,einen kränkenden Triumph über seine Gattin gestatten.

Art. 9.

Wir wollen beide in der Wahl unsers Umgangesvorsichtig seyn, und besonders keine falschen und arg-listigen Hausfreunde dulden, die, gleich Schlange» imBusen, die ruhige» Freuden unsers Bundes vergiftenkönnten.

Art. 10.

Zwischen Mein und Dein findet keine Gränzscheidungunter uns Statt. Unser höchstes Gemeingut ist unsregegenseitige Liebe; und dieser Schatz, der oft in an-dern Herzen von der eilenden Zeit verzehrt wird, sollunter ihren Flügeln bei uns wachsen bis an unserGrab.--

Edle Seelen!" rief jetzt beim Schluß des Vertragesder Notar, und Thränen der Rührung entflossen ihm.Ich stehe dafür, mein junger, wackrer Freund, daßsich Ihr Vater über dieses schriftliche Zeugniß Ihrestrefflichen Gemüths höchlich erfreuen wird."

Wahr gesprochen!" sagte Herr Asten und trat ausdem Alkoven hervor. Die Liebenden staunten und starr-ten ihn an.Mein guter Ferdinand!" fuhr er fortund schloß ihn in die Arme.Jedes Mißverstä'ndniß