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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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9.

Willbold von Eisenbart.

Die Burg Wittgau und das dazu gehörige Gebietfiel an einen Lehensvetter, den Ritter Willbold von Ei-senbart. Ec war ein wilder, unbiegsamer, eherner Mann,der seinen harten Kopf für einen Mauerbrecher hielt,womit er überall durchzustürme» glaubte. Einen an-muthigen Abstich gegen ihn machte Hilda, sein einzigesKind, ein eben so schönes als gutes Mädchen, bestenMutter frühzeitig ein Opfer der Härte ihres Gemahlsgeworden war. Er lebte seitdem als gezwungener Mitt-lrer, weil er unter den vielen Jungfrauen, denen erseine schlagfertige Hand antrug, kein geduldiges Schäf-lein fand, das sich seiner landkündigen Haustyranneiunterwerfen wollte.

Es war im Anfänge des Brachmonds, als er auseiner fernen Gegend herkam, um das ihm angefalleneLehn in Besitz zu nehmen. Bier Wochen zuvor warendie Kosten des süßen Brests wie gewöhnlich aus denEinkünften des Gutes bestritten worden, und man hattedießmal etwas mehr als zu anderer Zeit aufgehen las-sen, um die Unterthanen für die knappen Speisungenunter der vorigen Herrschaft zu entschädigen. Willboldschalt und tobte darüber.Das soll mir nicht wiederbegegnen!" setzte er hinzu.Ich müßte den Bettelstabergreifen, wenn ich jährlich ein so verschwenderischesBankett ausrichten sollte. Nein, nein! Künftig erhaltendie Leute, ohne alle weitere Nebengerichte, einen süßenBrei, und damit gut!"