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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
65
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Und sie hält sich für geborgen.

Als sie vor dem Zimmer steht,

Und den Schlüssel in dem SchlosseMit geübter Vorsicht dreht.

Doch im Zimmer welches Schrecken!Das verlaßne Knablein liegtIn den Armen einer Greisin,

Die eS zärtlich herzt und wiegt.

Aus verblichenen Gewändern,

Deren Form vor Zeiten galt.

Nagte hoch und hehr die fremdeFnrchrgcbietcnde Gesialt.

Aehnlich einem SteingebildeStand die Maid bestürzt und sprach:Wie seyd Ilir hercingekvmmenIns verschlossene Gemach?"

Alle Thürcn sind mir offen;"

War die Schreckensanrwvrc drauf:

Dieses WürmleinS Klagen riefenAlls dem Grabe mich herauf.

Ich, die Ahnfrau des Geschlechtes,

Das in dieser Burg gebenr,

Kann nicht ruhn, weil meinem EnkelAuf der Welt ein Unstern dräut.

Ausgeartct ist sein Vater,

Seine Mutter starb dahin,

Und daS Weib an ihrer Stelle.Hegt der Nabenmütter Sinn.

Sie vertraut das, Lheure LebenEiner sittenlosen Magd,

Die, wenn ibre Buhlen winken,

Pfleg' und Wartung ihm versagt.Langbein'S sämmtl. Schr. XV. Bd.