men kitzeln konnte, war ihm nichts köstlich genug. Fa-sanen, Tokayer und andere fremde Schleckereien mußtenvon weiten Orlen herbeigeschafft werden. Kurz, erführte eine so üppige Tafel, als war' er ein Königs-svhn und von Jugend auf mit den feinsten Genüssenvertraut. Fußfällig bat der Burgoogk: er möge sichaus Barmherzigkeit mit der Hälfte der geforderten Schüs-seln begnügen, indem sonst in kurzer Zeit alle Roscn-bergjsche Unlerthanen ein Raub des Hungers werdenmüßten. „Was kümmert's mich!" sagte der Wütherich.„Es bleibt beim Alten. Man ist das nicht anders ge-wohnt." —
Während der Regierung dieses Despoten nahte sichder Wonnemond. Bekümmert dachte der Burgvogt andie Stiftung der frommen Bertha; doch die Hände wa-ren ihm gebunden; er konnte, von Geld und Einkünftenentblößt, das gewöhnliche Maifest nicht veranstalten;und daß die habsüchtige Kriegsgurgel aus dem Schatzeihrer Erpressungen eine Summe dazu hergeben würde,das war nicht zu erwarten. So erschien der erste Mai,und die Speisung unterblieb.
Nachts drauf war der wilde Schweizer,
Van dem Geist der Neben trunken,
Auf das Dnnenbett gesunken,
Und behaglich schlief er ein.
Plötzlich sprangen mit GetöseSchieß und Niegel ans der Krampe,lind es trat mit einer LampeEine greise Frau herein.
Sie umwallt ein weißer Schleier,
Dessen Schweif den Beden feget,
Und an il,rer Hüfte regetKlirrend sich ein Schlüsselbund.