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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
293
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jener Heilige, der Leder stahl, um Schuhe für die Armuthdaraus zu bereiten, in die Häuser der Armen, sondern inandere Häuser, wo Leute seiner Gattung selbst so armwerden, daß sie endlich keine Schuhe mehr haben. Ervergeudete und verpraßte den Raub mit liederlichen Ge-sellen und Buhldirnc». Sein Vater, der diese Streichebald erfuhr, schlug au dem verhassten Stabe seines Altersmanchen Stab entzwei, und verschaffte ihm, da diese Schlägenicht anschlugen, eine Pfründe im Zuchthause, wo er seindurch starke Weine erhitztes Blut mit Wasser kühlte, undden von Torten und Pasteten verdorbenen Magen durcheine heilsame Hungerkur wieder hcrstcllte.

Als er ein halbes Jahr laug so gebüßt hatte und Reueund Leid bezeigte, nahm ihn der Vater wieder ins Hausund zu Gnaden au.Aber was wird nun aus dir?"sprach er.Zur Kaufmannschaft bist du zu dumm!"

Valentin crröthete über diese Beleidigung und murrte.

»Ja, ja, zu dumm!" wiederholte der Vater.Denncs ist der Dummheit höchster Grad, wenn man nicht seinganzes Dichten und Trachten darauf richtet, etwas vorsich zu bringen."

Nun, so laßt mich studieren!" rief Valentin trotzig.

Da hast du Recht! Das ist der sicherste Weg, nichtsvor sich zu bringen!" versetzte der Vater, und ließ sichdennoch den Vorschlag gefallen, weil er, wie Viele seinesgleichen, der Meinung war, daß cm unnützer, zu allemHandel und Wandel unbrauchbarer Mensch immer nochklug genug sey, ein Gelehrter zu werden. Als sich aberValentin auf die Frage, was er studieren wolle, für dieRechtswissenschaft erklärte, schüttelte Herr Altmaper denKopf und sagte:Das ist nichts für dich! Die Geschäfteeines Juristen sind zu wichtig; sie betreffen Hab' und Gut;