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12 (1847) Schwänke. Mährchen und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
29
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Raths Herr. Ich begreife gar nicht, wie Ihnen dasauffallen kann. Mag's doch die ganze Welt sehen, wennich meiner Pflicht Genüge leiste.

Rittmeister. Sonderbarer Mann, cS ist freilich IhrePflicht; Sie sind aber gewiß weit und breit in gesittetenLändern der Einzige, der nicht erst die Vorhänge zuzichtund die Thüre verriegelt.

Raths Herr. Hahaha! wenn ich Men lese, soll ich

Rittmeister. Wie? Akten hätten Sie gelesen?Bei meiner Ehre! solchen Akten zu Gefallen möcht' ichselbst noch Nathsherr werden. Nein, nein, Herr Patron,was meine Augen sehen, das sehen sie recht.

Rathshcrr. Nun so sagen Sic doch, was Sie

Rittmeister. Welche Zumnthung für einen Jungge-sellen, eine Ehcstandssccne zu beschreiben!

Nathsherr. Wer verlangt das?

Rittmeister. Wer sonst als Sic?

Rathsherr. Ich?

Rittmeister. Sie! Sic! Eure Hochweisheitscheinen Ihr Gedächtniß bei der Frau Gemahlin auf demSopha gelassen zn haben.

Nathsherr. Allen Respekt, Herr-Rittmeister! Siemögen aber wohl ein Gläschen über den Durst

Rittmeister. Donner und Wetter! ist das meinDank? Ich gehe hier vorbei, sehe Sie mit Ihrer Frauein ehrliches Duodrama auf dem Privattheatcr IhresSopha's spielen; hinter mir her zieht eine Wolke vonSpaziergängern; schon ist sie Ihrem Hause nahe; mirwird kalt und warm, weil ich befürchte, daß diese LeuteSie belauschen und zum Mährchen der Stadt machenwerden; das zu verhindern, klopfe ich an's Fenster unddenke Wunder, was ich für ein gutes Werk thue: aber