wird, welche auf die Erzählung horchen, während der Bericht-erstatter die Einzelheiten angibt, womit die Wahrheit ver-bürgt wird, und während seine stimme gcheimnißvoll sichsenkt, sobald er dem furchtbaren und wunderbaren Theilenäher kommt. Mit solchen Vortheilen vernahm der Verfasserdie Erzählung der folgenden Ereignisse vor mehr wie zwanzigJahren durch die berühmte Miß Seward von Litchfield, welcheneben ihren zahlreichen höheren Gaben auch in bemerkens-werthem Grade das Vermögen besaß, in Privat-Gesellschaftenanziehende Geschichte» zu erzählen. In der gegenwärtigenForm muß die Geschichte nothwcndig all das Interesse ver-lieren, welches ihr die biegsame Stimme und die auf höhereGeistesgaben deutenden Züge der Erzählerin erthcilten. Siemag jedoch noch immer ihren Charakter als gute Geisterge-schichte behaupten, wenn sic gläubigen Zuhörern beim schwachenLichte gegen Mitternacht vorgelesen wird, oder wenn ein ein-zelner Leser beim Lichtschein einer beinahe abgebrannten Kerzeund in der Einsamkeit eines halb erleuchteten Zimmers siezur Hand nimmt. Miß Seward behauptete, sie habe dieGeschichte von authentischer Quelle, verschwieg aber die Namender dabei betheiligten zwei Hauptpersonen. Ich will hiernicht die Einzelheiten angeben, die ich vielleicht über dieOertlichkeitcn später eingesammelt habe, sondern will dieselbenin der allgemeinen Beschreibung nur andeuten, worin sie mirzuerst berichtet wurden; aus demselben Grunde will ich nichtirgend einen mehr oder wenig wesentlichen Umstand hinzu-fügen oder weglaffen, sondern nur eine Geschichte von über-natürlichen Schrecken so einfach wieder erzählen, wie ich siegehört habe.
Gegen das Ende des amerikanischen Unabhängigkeits-Kriegs,als die Offiziere vom Heere des Lord Cornwallis, welche sichbei Jorktown und bei andern Gelegenheiten ergeben hatten,aus ihrer Kriegsgefangenschaft während dieses unklug begon-nenen und unglücklich geführten Bürgerkrieges nach ihremVaterlande heimkehrten, um von ihren Abenteuern zu erzäh-len, und von ihren Strapazen auszuruhen, befand sich unterdenselben ein General, welchem Miß S. den Namen Brownebeilegte, jedoch nur, wie ich glaube, um der Unbequemlichkeiteiner namenlosen Hauptperson in der Geschichte zu entgehen.