Middlemas nahm die Banknoten, welche seine Mutterihm hinterlassen hatte. Als er jedoch den Kopf erhob, konnteHartley bemerken, daß sein Antlitz von Thränen benetzt war.Er zählte jedoch das Geld mit kaufmännischer Genauigkeit,und obgleich er die Feder, um de» Empfangschcin zu schrei-ben, mit dem Ausdruck untröstlicher Niedergeschlagenheit er-griff, verfaßte er dennoch denselben in gut gewählten Aus-drücken, wie ein Mann, der all sein Geistesvermögen vollkom-men zur Verfügung hat.
„Und jetzt," sagte er mit betrübter Stimme, „gebt mirmeiner Mutter Erzählung."
Hartley fuhr beinahe auf und erwiderte schnell: „Ihrhabt den Brief der armen Dame, der an Euch gerichtet war,erhalten — die Erzählung ist für mich bestimmt. Sie ist fürmich ein Zeugniß, daß mir die Verfügung über eine großeGeldsumme anheim gegeben ist; sie betrifft die Rechte dritterParteien und ich darf sie nicht ausliefern."
„Sicherlich wäre es besser sie mir zu überliefern, wäre esnur darüber zu weinen," erwiderte Middlemas. „MeinSchicksal, Hartley, ist sehr grausam gewesen; Ihr seht, daßmeine Eltern mich zu ihrem unzweifelhaften Erben einsctzenwollten, allein ihre Absicht wurde durch Zufall vereitelt,und jetzt kömmt meine Mutter mit gut gemeinter Zärtlichkeitund gibt, ivährend sie mein Glück zu befördern wähnt, einZeugniß, um dasselbe zu zerstören — kommt Hartley —Ihr müßt das Bewußtsein -egen, daß meine Mutter dieseEinzelnbeiten nur deßhalb niederschrieb, damit ich davon inKenntniß gesetzt würde; ich bin der rechtmäßige Besitzer derPapiere und bestehe darauf, dieselben zu erhalten."
„Es thut mir leid, daß ich darauf bestehen muß, EuerGesuch Euch abzuschlagen," erwiderte Hartley, indem er die