93
Soldaten die Langeweile einer fortwährenden Wache verfluch-ten, welche keinen Nachlaß von ihrem strengen Dienste gestat-tete, so konnten sie »ach ihren übereinstimmenden Angaben sichdarauf verlassen, daß ihnen eine große Gestalt mit der Streit-axt in der Hand erschien, sich mit ihnen auf höchst einschmei-chelnde Weise in ein Gespräch einließ, und jedesmal mit einerFreimüthigkeit und Bcredtsamkeit, wie sie nur ein gefallenerGeist besitzen konnte, der unzufriedenen Wache eine Weiseangab, wodurch dieselbe sich in Freiheit setzen könne, wenn sieBeistand beim Verrathe der Engländer leiste. Die Mannig-faltigkeit dieser Entwürfe und die Häufigkeit ihres Vorkom-mens hielt de Walton's Aengstlichkett so fortwährend rege,daß er zu keiner Zeit sich für gesichert vor dem schwarzenDouglas hielt, eben so wenig wie der gute Christ sich fürunerreichbar hinsichtlich der Schlingen des Teufels hält; jedeneue Versuchung bestätigt alsdann nicht die Hoffnung, daßman den weiteren entgehe, sondern scheint nur anzukündigen,daß auf den augenblicklichen Rückzug des bösen Feindes, einneuer mit größerer Schlauheit ersonnener Angriff folgen wird.Bei diesem allgemeinen Zustand der Aengstlichkeit und derBesorgniß verschlimmerte sich stets die Stimmung des Gou-verneurs; sogar diejenigen, welche ihn am meisten liebten,bedauerten, daß er sich stets über Mangel an Sorgfalt vonSeiten derjenigen beklage, welche nicht mit derselben Verant-wortlichkeit wie er behaftet, noch auch von der Hoffnung soglänzender Belohnung beseelt, nicht denselben Grad wachsamenund unaufhörlichen Verdachtes -egten. Die Soldaten murr-ten, daß die Wachsamkeit ihres Gouverneurs zu streng sei;die Offiziere und Männer höheren Ranges, von welchen meh-rere im Schlosse sich befanden, da dasselbe als Waffenschuleberühmt war, und sogar der bloße Dienst innerhalb seiner