Druckschrift 
10 (1853)
Seite
404
Einzelbild herunterladen
 

404

Sie ©leichgültigleit gegen Stetigfon unb Kirche nahm injwi*fchen in ben thriftichen Scinbcrn immer mehr bie ©fette beg cl;c»maligen btinben unb mütpenben ©laubengeiferg ein. 2J?an ging»om Sleufcrjlcn jum Slcuferfien über, unb jene ©runbftifcc, fofehlerhaft fte auch an fief fein mosten, bauern jurn Sheil nochin unfern Sagen fort.

gg gibt noch heutigeg Sageg »tele Stttenfcfen, melt^e in bem,mag ju ihrem bürgerlichen ffieruf erforbert mirb, »iete ©efehief-lichlcit haben, aber in bem, mag ihrem ©emiith ben höchfenSBerth., ihrem §erjen ben reinfien ©enitp, ihren £anblungcn biegröfte golgerechtigfeft geben fann, gänjlich unbeholfen finb. gggibt biete Seute, melche männertet gtenntniffe, burchbringcnbenaSerfianb, jarteg ©efüht haben, aber in Stücfitcbt beg Stcligiöfenganä ungebitbet bajtchen, unb bähet im llrthcit über SBertf unbUnmcrth ber 9teligion ein ganj falfcheg Urtheil haben, ober fichoielmehr' »on einem bloßen Vorurtpcil leiten laffen. 3ft biegnicht immer bie Sßirfung einer jebern Vernünftigen ungejiemen*ben Stachmacherci, fo ift eg biegruchtbeg Seichtfinneg ober einerthierifchen Verfunlenheit in bag gemeine Srcibcn beg bürgerlichenSebeng. 3enen ifi überhaupt unbehaglich, ftch fclbcr su prüfenunb su beobachten, mäprcnb fte gern Stileg auf er ihnen prüfenunb beurtheiten mögen, gg ifi ihnen unbequem, religiög sufein, unb bie ffflichtenfircnge ber Sehre 3efu ju übernehmen,©ie überlafTen ftch lieber im ©enfen unb £>anbeln ben Slntrteben»er ttmflanbe unb ihren mechfclnben Steigungen unb Saunen. @icfinb in einet ©tunbe gut, in ber anbern fehlest, unb mögenbarüber meber Slnbetn, noch ftch fclbcr Stecpcnfchaft geben. @tcleben, mte man ju fagen pflegt, mit ihrem ©emiffen in ben Saghinein, beforgt um ihr bürgerticheg Slnfepcn, aber um ben ei-gentlichen SBertf ihreg 3nuern unbefümmert. ©iefc Slrt su fein,