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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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gebens, sie zn bewegen, irgend einer Ausfertigung ihre Unterschriftzn crtheilen. Inzwischen hielt man den Rückfall der Königin frgeheim, als möglich.

Der Kaiser befand sich in Flandern. Er war von Allem unter-richtet. Er tonnte sich nicht verhehlen, daß er an so vielem Un-glück, an so vielen Verwirrungen die meiste Schuld habe. Er be-schloß, Alles so gut als möglich wieder ins Geleis zurückzuführen,erst mit gütlichen Vergleichen, oder, wenn diese fruchtlos seinwürden, mit Waffengewalt. Er ernannte zn dem Ende, nebendem Kardinal Adrian, noch zwei Männer von vielem Ansehen undVerdienst in die Regentschaft, den Admiral Fadriquc Henri-gncznnd Don Jnigo de Vclasco. Er gab ihnen zur Her-stellung des königlichen Ansehens jede Vollmacht.

Was der Kaiser zn bewilligen geneigt war, würde ohne Zweifelgenügt haben, Spanien zufrieden zu stellen, wenn cr's im Anfangungebeten hätte. Jetzt aber machte die Liga höhere Ansprüche.Sie wollte eine festere Verfassung, um ans immer alle Willkürdes Hofes und der Großen zn verbannen. Sie wollte die altenRechtsame der Nation wieder hcrgestellt, die von den Königen nachund nach unterdrückt worden waren. Sie wollte, was sie schonfrüher genossen, und was sic unverändert noch dreihundert Jahrenachher wollte.

Die Forderungen, welche Spanien im Jahre 1520 an KaiserKarl V. stellte, zeugen von einer Größe und Klarheit staatsthüm-lichcr Ideen, zu denen, wie Robertson selbst sagt, die Engländererst ein volles Jahrhundert später gelangten, Frankreich in nnsernTagen nur znm Theil Schritte that, die übrigen Nationen Enropa'snie sich erhoben. Es ist der Mühe Werth, das näher kennen znlernen, was damals die Liga als Grundgesetz des Reichs verschlug.

Nach einer langen Vorrede über die mannigfaltige Noth, unterwelcher die Nation seufzte, über die Fehler und Verderbtheiten der