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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
Entstehung
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394
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»UN das Volk, nicht länger gleichgültig bleiben zu können, schleifteFvnseca's Palast; wählte neue Obrigkeiten und nahm zn eigenemSchutz die Waffen. Adrian, erschrocken, verabschiedete die Truppe»;ohnedem war kein Geld im Schatz, die Armee zn besolden, denndie Flamänder hatten den Schatz geleert, und Vorschüsse von dengroßen Städten des Reichs zn begehren, daran war jetzt nicht zudenken.

Der Aufstand der Gemeinden zielte besonders ans Abschaffungvieler eingcschlichenen Mißbräuche. Die Bürgerschaften in denspanischen Städten hatten damals noch beträchtliche Rcchtsamc undFreiheiten, die ihnen in später» Zeiten fast gänzlich durch die Ränkedes Hofes entrissen wurden. Es war in diesen Bürgerschaften einheiterer, republikanischer Geist, den man nie am Hofe liebte. IhreRepräsentanten in den Cortes widerstanden von jeher mit gleicherFestigkeit den Anmaßungen des Adels, wie den Willküren des Königs.

Padilla und die übrigen Häupter des Aufstandes glaubtenjetzt die Zeit gekommen, die Freiheiten der spanischen Nation festerzn begründen. Sie versammelten von allen Städten, die das Rechthatten, die Cortes zu beschicken, Abgeordnete zn Avila. Diesenahmen die Benennung der heiligen Liga an, schworen, fürden Dienst des Königs und für die Vertheidignng ihrer FreiheitenGut und Blut zu opfern, bcrathschlagten über den Zustand derNation und über die Abstellung verfassungswidriger Mißbräuche.Zn diesen gehörte auch die Wahl von Ausländern zu den erstenStaatsämtern. Sie sandten also auch dem Kardinal Adrian dieBotschaft, daß sie ihn nicht mehr als Regenten anerkennen würden.

Schon früher hatte sich Padilla, nachdem er, von Toledoans, Segvvia befreit hatte, gegen die Stadt Tordesillas ge-wandt. Hier wohnte, seit dem Tode ihres Gemahls, die wahn-sinnige Königin Johanna. Mit Hilfe der Bürger drang Padillain die Stadt und bemächtigte er sich der Königin. Er näherte sich