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Die Erziehung der Prinzen.
Man sollte glauben, der Erziehung keines Kindes werde ln derRegel größere Sorgfalt geweiht, als der Erziehung des künftigenLandesfürsten. Allerdingsaber er hat das Schicksal, aus Zärt-lichkeit erdrückt und aus übergroßer Sorgfalt verzogen zu werden.»Oll nous sppreinl loul,« sagte selbst ein Fürst, »excspts esqus n(ins (tevons snvoii.« Ich will nicht davon reden, daß zu-weilen, wie am ehemaligen französischen Hofe, Schlechtigkeit derHöflinge absichtlich dahin arbeitete, den Thronerben zu entnervenund zur Selbstherrschaft unfähig z» machen, um ihn ewig bevog-ten oder durch Freudenmädchen und Günstlinge beherrschen zu kön-nen: sondern ich spreche von einer Erziehung, die ganz redlich ge-meint ist.
Und wird da nicht gegen die einfachsten Grundsätze gewöhnlicham bittersten gesündigt, selbst von denen, welche Einsicht genughätten, das Bessere zu erkennen? Die gemeinste Bürgersfrau voneinigem Verstände würde sich z. B. hüten, die Eitelkeit ihresKindes mit dem ewigen: „Was werde» die Leute sagen!" zu über-reizen, oder die Thatkraft desselben mit der Erinnerung zu er-schlaffen: „Dn hast Vermögen, du wirst einst reich, dn bist schonvornehmer, als viele Menschen sind!" — An fürstlichen Höfenaber geschieht häufig das platte Gegcntheil von Allem. Ehe mannoch im unmündigen Kinde das Reinmenschliche entfaltet hat,will man schon das Fürstliche herauszimmern.
Napoleon, der, wie Cprns und Moses und andere großeFürsten des AlterthumS, oder wie zu neuerer Zeit Peter derGroße, Heinrich IV., Friedrich der Große, in der ernstenSchule des Schicksals, und nicht unter verweichlichenden Schmeiche-leien und Belustigungen, seine Jugend verlebt hatte, war dochdurch den kaiserlichen Purpur um alle Erinnerung dessen gebracht,