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Die Deutschen hatte», seit der Name ihres Landes in die Welt-geschichte eintritt, imnicrdar ein zerrissenes, zerstückeltes, getrenn-tes, »nd nie ein gemeinsames väterliches Land. Von jeher Ware»die Bewohner dieses Bodens »nr durch Conföderationen verbun-den, noch öfter aber durch Zwietracht und Rivalität getrennt, vonden Bürgerkriegen seit Hermann bis znm letzte» Kriege der Preuße»gegen Oesterreich. — nicht Roms Macht war den alten Ger-maniern so furchtbar, als diese innere Uneinigkeit der Stämme.Darum sagt auch Taeitus voll römischen Patriotismus (raoil.6oim,ii>. c. 33): „Behielten doch diese Rom befeindenden Völker-schaften ihren Haß gegen einander! Wir, auf des Glückes höch-stem Gipfel, haben nicht vom Geschick mehr zu erflehen, als jenerBarbaren Uneinigkeit."
Urtheilen wir doch unbefangen, und berauschen wir »ns nichtmit den seltsamsten Täuschungen. Wer die Schicksale der Gegen-wart ruhig würdigen will, muß der Vergangenheit Orakel frage».
Gibbon stellt aus Cäsars und Taeitus Gemälden ein Bildvom alten Germanien ans (Geschichte vom Verfall des römischenReichs, zweiter Theil, Kap. g), das, trotz des Zwischenraumsvon tausend achthundert Jahren, dem neuer» Germanien nichtübel gleicht. Ich setze ein paar Stellen daraus her zum Nach-denken :
„Des alte» Gcrmaniens Stärke erscheint in furchtbarer Ge-stalt, wenn man bedenkt, was es mit vereinter Macht hätte wir-ken können. Sein nngehenrcr Umfang mochte wohl eine Millionvon Kriegern stellen, weil da Alles, was Waffe» tragen konnte -auch begierig war, sic zu tragen. Aber die ungestüme Masse,nicht nur unfähig, einen weit reichenden Entwurf zur Natio-nalgrößc zu fassen oder zu vollstrcckcn, wurde auch von ent-gegengesetzten, oft wohl gar feindseligen Zwecken bewegt.Deutschland war in mehr als vierzig unabhängige Staa-