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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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Orien taltsche Gerechtigkettspflege.

In den Jahren 1803 bis 1806 machte der Schottländer Tho-mas Mac Gill, vermuthlich in kaufmännischer Absicht, eineReise durch die Türkei, deren Beschreibung er zu London in zweiBänden drucken ließ; denn es reiset nicht leicht Jemand, der nichtmeint,er könn' auch was verzählen," wie Asm ns sagt.

Vom Städtchen Akhessar in Anadoli (oder Arar, wie esdie Offenbarung Johannis Kap. 2 benennt) erzählt uns MacGill folgende Anekdote. Der Faktor eines Baumwollenhändlers,von Müdigkeit und Schlaf überwältigt, band sein Pferd nichtweit von einem Kaffeehause, das zugleich türkisches Wachthanswar, an einen Baum, legte sich in den Schatten seiner Zweigeund schlief bald ein. Als er aufwachte, war sein Pferd und diekostbare Bürde, die es trug, verschwunden.

Er wußte aber, daß Prinz Karosman Oglu in der Nähevon Akhessar sei. Er eilte zu ihm, und beklagte sich beim Statt-halter des Padisha wegen des Diebstahls. Der Prinz war über dieUnvorsichtigkeit des Kaufmannsdieners erzürnt, und rief:Warumschliefst Du unter freiem Himmel, während ein WachthauS nahewar, wo Du von Menschen beobachtet und in Sicherheit gewesenwärest?"

Warum hätte ich mich fürchten sollen, in dem Lande, dasKarosman Oglu regiert, unter freiem Himmel zu schlafen?" er-widerte der kluge Diener.

Da befahl ihm der Fürst, sich den nächsten Abend wieder unterdem gleichen Baum im Felde niederzulegcn und zu schlafen, woer bestohlen worden. Es geschah. Und als der Diener am andernMorgen erwachte und die Augen aufschlug, hing ein todter Menschan dem Baume über ihm, und das Roß mit der kostbaren Bürdestand neben ihm, wie es gewesen war, ehe es ihm gestohlen worden,