256
Seltsame Lobrede aus einen König.
Der Adel von Arnie nie» im fünften Jahrhundert war überdie Ausschweifungen des armenischen Monarchen, der damals nochchristlicher Religion war, so empört, daß man sich lieber unterpersische Hoheit begeben wollte. Die Edelleute suchten anch denBeifall des armenischen Erzbischofs Isaak für ihren Entschlußzu gewinnen; dieser aber (wie uns der Geschichtschreiber Mosesvon Ehorene, B. 3, Kap. 53, meldet) antwortet? heiligen Eifersvoll: „Wahr ist's, unser König ist den ausschweifenden Freudender Welt ergeben , aber — er ist in den heiligen Wassern derTaufe gereinigt worden. Wahr ist's, er liebt die Weiber nur all-zusehr, aber —er betet doch nicht das Fener an und die Elemente!Er verdient euer» Tadel und den Vorwurf des schlechten Lebens-wandels, doch ist er ei» treuer, unzweideutiger katholischer Christ,und mögen auch seine Sitten schändlich sein, ist doch sein Glaubeunbefleckt. Nie willige ich ein, daß meine Schafe der Wuth reißen-der Wölfe preisgegeben werden. Ihr selbst würdet nur zu frühden leichtsinnigen Tausch bereuen, die glänzenden Tugenden einesHeiden den Schwächen eines Gläubigen vorzuziehen!"
Tatarische Staatsmaxime.
Als die Mongolen China's nördliche Provinzen erobert hat-ten , hielten sie Kriegsrath, was mit Land und Leuten anzufangensei? Tschingis, der Kaiser der Mongolen, hörte die Vorschlägeseiner Käthe ruhig au, und die allgemeine Stimme vereinigte sichdahin, daß man alle Einwohner dieses volkreichen Landes vertilgensolle, um für die mongolischen Viehheerden Platz genug zur Weidezu finden. Die Eroberer behandelten vorzeiten die Völker wie