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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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bis zu demjenigen gebracht, wo sie, gegen ihre Erwartung, Se.Majestät den Sultan in eigner hoher Person fand, behaglich hin-gelagert auf einem kostbaren Sopha, und mitten unter seinenschönsten Odaliskcn die lange'türkische Pfeife rauchend. Sie er-schrak. Der Kaiser erblickte sie, warf einen huldreichen Blick aufsie, und deutete mit Hand und Mund, daß sic seine Wahl ge-fesselt habe.

Dieser Vorzug kann unmöglich einer Dame ganz mißfällig sein,aber doch überraschend. Mylady hatte sich von ihrer Bestürzungnoch nicht erholt, als der Kislar-Aga, der schwarzen EunuchenChef, ihr die Ehre offizicl ankündcte. Die reizenden Odaliske»beneideten, beglückwünschten die neue Schwester, und führten sicin das Bad, wo eine in den Künsten der orientalischen Toilettewohlgcübte Frau sie zu den Nmarmungen des Sultans mit Schmuckund Parfümerien sorgfältig vorbereitete. Kaum hatte sie das Badverlassen, erschien von Seiten des Großhcrrn das in solchen Fällenübliche Geschenk, als Vorbote seiner Gunst; kaum war sie in ihrbesonderes Zimmer geführt, erschien er selbst bei der neuen Favorite.

Seine Majestät begann sogleich mit einigen türkische» Phrasen,die man freilich nicht verstand; aber die zärtlichen Blicke des Be-herrschers aller Gläubigen übersetzten die türkischen Komplimentesehr gut ins Englische. Die schöne Britin befand sich in der selt-samste» Verlegenheit; Neue war zu spät; der halbe Mond thatseine Wunder, und die Rechte des Harems blieben in unverletzterGültigkeit.

Erröthend und beschämt verließ sie endlich den Tempel der groß-herrlichen Freuden; nur ungern willigte der Sultan in eine Er-laubniß dazu. Zum Unglück konnte das Abenteuer aus Ur-sachen, die sich hier wohl nicht nennen lassen, die aber jeder er-rätst, der mit der türkischen Toilette im Harem vertraut istdem Gemahl der Dame kein Geheimniß bleiben. Der Gesandte