Druckschrift 
35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
Entstehung
Seite
221
Einzelbild herunterladen
 

221

Held. Sein Lager war die allgemeine Kriegsschule Europens. Mansprach, man schrieb damals von nichts, als der Tapferkeit der re-bellischen Niederländer, die sich durch Spaniens ganze Macht nichtbeugen ließen.

Auch der türkische Kaiser Amurath der Dritte hörte davon.Kr meinte, der vieljährige blutige Streit beträfe ein unermeßlichgroßes Reich. Man zeigte ihm Holland ans der Landkarte. Aberwie erstaunte er, da er den winzigen Gegenstand so vieler mörderi-schen Schlachten erblickte!Wenn das mich angiuge,"sagte er ganz trocken,so schickte ich nur meine Schanzgrä-ber hin, und ließe das Fleckchen Erde ohne Umständeins Meer werfen."

Die Lieblinge eines Monarchen.

Das Jetzt und Sonst ist denn doch in mancherlei Hinsichtverschieden. Leben wir gleich nicht in den glücklichsten Zeiten, dochauch nicht in den rohesten.

Wie ein auch in vielen Stücken achtungswürdiger Monarch zugleicher Zeit der ekelhafteste Barbar sein »nd mit glänzenden Eigen-schaften die ausschweifendste Grausamkeit verbinden konnte, zeigtekeiner so auffallend, als der römische Kaiser Valentin!«» (imvierten Jahrhundert).

Valentinian war keusch und mäßig. Die Freuden und Festedes Hofs kosteten dem Volke weder Seufzer noch Erröthen. Erverbot das gewöhnlich gewordene Aussetzen neugeborner Kinder;stellte besoldete Kreisärzte an; stiftete Anstalten für das Empor-heben der Wissenschaften; gab den Städten amtliche Vertheidigerihrer wohlhergcbrachten Rechtsame; führte in seine Staaten eineseltene Toleranz in Glaubenssachcn ein; alle christliche Sekten,