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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
Entstehung
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Vom A s y l - Ik e ch t

Veranlassung zu folgender Abhandlung gab nicht nur der Um-stand, daß in den meisten Lehrbüchern des Natur- und Völker-rechts dies wichtige Kapitel fehlt oder nur leise berührt ist: son-dern, und mehr noch, daß es eine Zeit gab, da der schweizerischenEidgenossenschaft, während Europa ihre Neutralität anerkannthatte, durch politische Verketzerungssucht das Recht streitig gemachtwurde, Verfolgten eine Zuflucht in ihren Thälern zuöffnen?) Eben damals suchten öffentliche Blätter mit absicht-

') In seinem Schlußwort zn der ZeitschriftUebcrlicferungcn zur Ge-schichte unserer Zeit" (Jahrg. 1823 Dczcmberhcft) äußerte sich derVerfasser darüber folgendermaßen: Wohl war das Recht, denjenigeneine Zuflucht zn bieten, die wegen politischer oder religiöser Verhält-nisse in ihren Landen anSgcstoßcn oder verfolgt waren, eins der hei-ligsten und schönsten Rechte, wie jedes Staats, so insbesonderedes S chw eiz crlandcS. Und die Könige Europens haben es vonjeher geehrt gehabt, selbst in Zeiten, die im Allgemeinen viel roher,viel unduldsamer waren, als die heutigen, nämlich in den Zeitender Kirchentrennungcn und Glaubenöhändcl. mag dies damalsnoch im frommen Anerkennen der Rechte jedes fremden Staates, großoder klein, gelegen gewesen sein, und vielleicht in der Ehrfurcht voreinem Völkerrecht, welches mehr in der Brust der Menschen, als inSchriften und Manifesten daheim war; oder es mag in dem Gedan-ken gelegen gewesen sein an die Möglichkeit, daß der Verfolger frühoder spät die Stelle des Verfolgten einnehmen könne, und wo nichter selber, doch ein Genosse seines Glaubens; eS mag auf dem dun-