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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
Entstehung
Seite
111
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So lange die neuen Kantone in Napoleon den Burgen ihrerSelbstständigkeit sahen, schienen ste demselben zugeneigt gewesenzu sein, wiewohl auch ste nur mit Unwille» dessen Rekrutcnforde-rungen und herrische Machtsprüchc trugen. Sobald sie aber wahr-nahmcn, daß die Allürten keineswegs erschienen, ihren Untergangzu stiften, erklärten sie sich für das Interesse derselben, mit alldemEnthusiasmus, welchen die Liebe des eigenen Lebens einflößt. Siewerden offenbar die treuesten Anhänger des europäischen Staaten-systems sein, sobald sie in demselben die Bürgschaft ihres unan-gefochtenen Daseins erkennen.

Da nun die Bevölkerung der neuen Kantone weit über dieHälfte der gesammten Volksmenge der ganzen Schweiz beträgt, istaußer Zweifel, daß die Anfrechthaltung dieser Kantone,und die Niederschlagung aller Entschädigungsansprüchegegen sie das erste und wirksamste Mittel ist, die Gemüther desgrößten Theils der Schweiz an die Sache Deutschlands zn fesseln,und den bisherigen Streitigkeiten auf immer ein Ende zu machen.Denn seit eilf Jahren dachte in der Schweiz kein einziger Kantonan Entschädigungen. Alle Regierungen waren sich befreundet. Erstals die Patrizier den Glauben des Volks übernahmen, und be-günstigt vom Schein der Umstände neue Herrschaft einführten,brachten sie den Plan der Zerstückelungen oder Entschädigungsfor-derungen auf. Was nie während der Consulta zu Paris zurSprache gekommen war, ein vermeinter Verlust, dessen Daseinman eilf Jahre lang nie empfunden und dessen man mit keinemWorte gedacht hatte, ward jetzt in Flugschriften, Zeitungen, Pro-klamationen laut beklagt, um die mitleidige Aufmerksamkeit dereuropäischen Mächte oder wenigstens einiger bisher gleichgültig ge-bliebenen schweizerischen Regierungen zu erregen, während bei derInsurrektion des Landvolks im Kanton Bern dieses selbst seinerStadtregierung sagte:Lasset den neuen Kantonen ihr Gut und