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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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Am 15. August wurde ein Parigi von Lugano auf Befehleines in franzöfischen Diensten stehenden Luganescr Patrioten zuIntra verhaftet, unter dem Vorwand, daß er ohne Pässe sei;späterhin in die Gefängnisse nach Palanza geschleppt, und be-droht, nach Novarra geführt zu werden, um erschossen zu wer-den, weil er von den Ausrührern im April vorigen Jahrs gewesen.Ungeachtet ihm ein von mir vistrter Paß zugeschickt wurde, ent-ließ man ihn doch nur erst nach Erlegung von 15 Louisd'or ausdem Kerker.

Am 27. August meldete mir der eomitato 61 pollrln xenoislsvon Mailand, daß man zu Como, wahrscheinlich auf Austifteiieines dort befindlichen Luganescr Patrioten, den B. Luigi Salo-monc von Lugano, wegen Mangels der Pässe arrctirt habe, unddaß der Comitato ihn in den Gefängnissen lasse, weil der Ver-haftete ein Theilnehmer der erwähnten Luganescr Unruhen gewesensei. Man wünschte meine Willensmcinung zn wissen. Ich be-gehrte ohne anders die Freilassung des Mannes.

Am 29. August empfing ich ein Schreiben des unglücklichenParigi aus den Kerkern von Mailand, der, nachdem er schonin den Gefängnissen von Palanza geplündert worden, auf Antriebder luganesischen Patrioten wieder in Mailand arretirt wurde, daer fich in Handelsgeschäften nach Bergamo begeben wollte.

Also diese und andere auf einander folgende, widerrechtliche An-griffe gegen Schweizer auf cisalpinischcm Gebiet verursachten noth-wendig neuerdings allgemeine Erbitterung gegen die cisalpinischePartei. Man darf fich nicht wundern, wenn das Volk, im Augen-blick der Anarchie, so gräßliche Ausschweifungen und Grausamkei-ten gegen eine Faktion und deren Freunde begangen,hatte, die zuAnfang der Revolution bewaffnet ins Land gedrungen waren, Ver-wüstungen gebracht hatten, bald darauf der Amnestie genossen,und nun abermals ihre Feindseligkeiten erneuerten.