Noch unbekannt mit den Interessen nnd Umtrieben dieser Fak-tioncn, nnd weit entfernt, durch ausschließliche Begünstigung dereinen oder der andern den Bürgerzwist zu verlängern, erklärte Ichgleich Anfangs, daß ich keiner Partei angehören, nnd den Schleierder Vergessenheit über alles Geschehene werfen werde. Ich ließdie Geflüchteten, denen ich Schutz zuflchcrte, zur Rückkehr ein-laden, und hob von der andern Seite den auf das Vermögen dergeächteten Patrioten gelegten Sequester auf, sobald ich von allendenselben begleitenden Umständen belehrt war.
Diese Mäßigkeit der Gesinnungen, welche keine der Parteienerwartet hatte, machte mich aber bald den Patrioten, als einenFreund der Aristokratie, Englands und Oesterreichs, verdächtig.Ihr Mißmuth ward noch größer, als ich durch die Munizipalitätvon Lugano das HauS des Postdircktors Nossi znr Wohnung an«gewiesen erhielt und cs bezog. In der That würde ich dieses Hansnicht bezogen haben, um auch selbst den Schein der Parteilichkeitzu meiden, wenn mir, den ersten Tag meiner Ankunft, Nosfl'sTheilnahme an den blutigen Austritten des Aprils 1799 bekanntgewesen wäre*).
Sobald die französische» Truppen die Grenzen der mir auvcr-trauten Kantone verlassen hatten, war ich darauf bedacht, Gesetz-lichkeit hcrzustellcn. Aber cs ist der Mühe wcrth, in allgemeinen
*) Einige Monate nachher, als General Mainoni förmliche Klage gegenNossi, Bnonvicini und den Kanonikus Lcpori, wegen Entschä«digungen anstellte, benutzte ich diesen Anlaß, »nd verwechselte die bis-herige Wohnung freiwillig mit einer andern, ohne dazu von Seitender helvetischen Regierung, die davon niemals Notiz genommen,aufgefordert worden zu sein, wie die Verfasser dcS früher erwähntenLomzienckio storico clegli ^.vveickmeoti etc. S. 61 sagen, nndauS ihrem knsciculo scgrelo beweisen wollen,