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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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Das lästige Erscheinen französischer Truppen machte dieneuhelvetische Staatsverfassuug nachher dem Volke unlieb.

Anfangs hatte Alles mehr oder minder willig seine Hand zurneuen Schöpfung geboten. Das Land, welches zwischen demGotthard und Bellinzona lag, bildete einen besonder» Kanton;und wieder einen zweiten setzten die Landschaften von Locarno,Vallemaggia, Lugano und Mendrisio zusammen.

Minder leidenschaftliches Getriebe der Faktionen, als in Lu-gano, ward im Kanton Bellinzona erfahren; hier gebracht an je- ^nem Wohlstand, der den Ehrgeiz beflügelt, und noch mehr anMännern von Bildung und Einsicht, welche sich die Ehren-stcllen streitig machen konnten.

Still führte sich die neue Ordnung ein; begierig harrte Jeg-licher auf die Früchte der Revolution.

Doch welche Aernte konnte das Volk erwarten? Die Glücks-güter wurden nicht, wie erwartet, getheilt; der Arme ward nichtreich; der Reiche nicht des Armen Bruder; Brod und Wein ver-spendete keine Hand umsonst; kein tausendjähriges Reich begannzu blühen. Den besser» Segen, welcher aus jeder guten Ver-fassung quillt, Gewerbs- und Handelsfreiheit, Anbahnung neuerWege für den Fleiß, Veredlung der Jugend in Schulen, Aus-gießung Hellern Lichts auf die Menge, um frei von Vorurtheilenjeder Gattung, mit neuen Einsichten größer» Wohlstand zu grün-de» diesen Segen war das Volk weder reif genug zu ahnen,noch zu begehren, noch zu schätzen.

Frankreichs Prokonsuln plünderten indessen Helvetien, mißhan-delten die obersten Gewalten des jungen Freistaats, zerstörten denmäßigen Wohlstand des Volks durch Requisitionen für die Heere.Die ihrer ungebundenen Freiheiten beraubten Bergkantone, die inZsch. Gcs. Schr. 35. Thell. 2