Druckschrift 
4 (1853)
Seite
386
Einzelbild herunterladen
 

380

beifit, bic Ueberjeugungen öont SBabren unb galfcben, ©Utenunb Schlechten, ftnb bte allgemeinen ©cfcfje ber ©eifiermelt.,2Ber ihnen gehorcht, bet gehorcht feinen fvemben, fonbertt feineneigenen ®efe$en, bet tji gemiffenbaft. ©o ifi benn ©emtffen«baftigfeit nichts Slttbcrcb, alb Streue gegen itnfere innerttUeberjeugungen; bet gemiffenbafte SK mm ifi ficb felbfi treu,unb ibitb nicht jura SSertät^er an beut, mab er für recht unbgut bäft.

Siefe £ugenb baS tttmerfennbarfie 3cic^cn eines fjo&en,»ergöttüchtcn ©emütbeb äufert ftcb in jebem ©ebanfen, injebem 2Bort, in jebet £bat- Sod) ben ©ebanfen nimmt nurbet TOmtffenbe mabr; bet SKcnfcb ^ört bom SKenfchen nur bas2Bort, Mt nur feine $f)at, unb beurteilt tl>n nach biefen.©aber nennen mir im gemeinen Sehen febon denjenigen gemif-fenbaft, ber nie gegen feine beffern Ueberjeugungen bonbell.2lber amb feine Ueberjeugungen fennen mir nur erji aub feinentüBorten. 2Ber alfo einmal fein 2Bort gab, unb biefern treublieb; mer um alles @ut ber SBelt cb ntebt magett mochte, eineübernommene SerpfTicbtung ju breeben; met ben einmal gelei*fielen gib niibt umgeben möcbtc, auch in ben ftbeinbar unfcbul»bigften dingen: ben bezeichnen mir alb einen ©emiffenbaften.gr ijl ftcb felbfi unb feinen Ueberjeugungen unb Störten getreu,gr mürbe ftcb mit fiel; felbfi nicht öerföbnen fömten, menn eteinmal Sboten beginge, bie mit feinen tnnern ©efejjeit intSBiberfprucb fiätibett.

©o mirb cb mir nun leicht, eiujttfeben, mer ben -Kameneines ©emiffenlofen »erbient. 3mar ohne ©emiffen, ohne©efübl beb SicibtS unb Unrechts, ifi fein ©ierblttber; bteb @e*fühl fann nie »ernichtet merben; eb bleibt auth eifern in berSJrufi beb rucblofefiett Söfemtchtb fieben. Slber nur ju oft mirbfeine Stimme »on anbern finnlithen ©efüblen überfchrtecn. 25er