Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
Seite
379
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von Stande, der mit seinem Liebchen entwische» wollte, Handgeboten und in den Ncisewagen das Unrechte Pärchen gepackt. Krabbhingegen, der mit vierspänniger Chaise auf Wilmson gewartet hatte,hörte, als Kiek's Wagen an ihm vorüber sprengte, WilmsonsStimme rufen, da dieser halte» lassen wollte, um für die ohn-mächtige Clementine Wasser zu fordern. Der gute Schnurrbartglaubte, sein junger Herr sei arretirt und werde auf eine Festunggebracht. Er wollte nun das eigene Leben daran setzen, ihn zubefreien. So war er mit seinem wohlbezahlten Kutscher der nächt-liche Verfolger gewesen, der Alle» Furcht gemacht hatte.

Der arme Zeisig gerieth in wahre Verzweiflung, als er jetztseine Lage erkannte.O, meine Herrschaft! o, der junge Baron!was ist nun ans ihnen geworden! Weh' mir, was soll ich thnn?Was wird aus mir?"

Ein Schwengel am Galgen!" rief der Invalide.

Aber Herr Kiek konnte nichts entgegnen; denn neues Erstaunenlähmte ihm die Zunge. Er stand wie versteinert, als Wilmson einjunges Mädchen aus dem Wagen hob, das die Arme um WilmsonsNacken schlug, und beim Wende» des Gesichts Clemeutinen erkennenließ. Er stand da, wie ein wahres Martcrbild, mit dem wechseln-den Ausdruck aller Leiden und Leidenschaften. Bald blickte er scheuhinter sich nach Krabbs bloßem Säbel, bald mit allem Grimm derEifersucht auf das glückliche Pärchen, welches Arm in Arm demWirthshausc zuging, vor dem die Wagen der Verfolgten und derVerfolger Halt gemacht hatten, bald fluchte und brüllte er wieein Wahnsinniger, wenn er die leere Kutsche betrachtete, tn derer statt seiner neuen Herrschaft, die er in Potsdam jedem Schick-sal preiSgegcbcn, die zwei Personen entführt hatte, welche ihmunterm blauen Himmel die verhaßtesten geworden waren.

Wilmson, dem nun deutlich ward, daß die Mahnung zur eilig-sten Flucht, die er und Clementine auf der Straße von dem Nn-