Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
Seite
75
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Ihr Name aber lautet italienisch, denk' ich."

Ich heiße Fortunat Linthi, gntdeutsch.

In dem Stück find' Ich Schweizer und Deutsche wahrhaftigbewundernswertst! "Jagte der Brite mit vornehm spöttelndem Lä-cheln:Es sind die Chamäleone unter den Völkern; in wessenLand sie komme», dessen Sprache, Sitte, Tracht, Glaube» undGrundsätze haben sie; ganz Gegenstück der Juden."

Sie mögen nicht Unrecht haben. Juden und Engländer,mit und ohne Bart, erkennt man überall im Augenblick.

Sir Down, dem die Vergleichung mit dem Volk Gottes un-behaglich sein mochte, warf den Kopf etwas stolz zurück, und be-trachtete so, mit halbgesenktcn Augcnliedern und aufwärts zucken-der Unterlippe, seinen Mann, der aber kaum zu ahnen schien, daßer mehr, als eine Naivetät ausgesprochen. Plötzlich verlor sichder Ernst des Briten in ein schalkhaftes Lächeln.Jst's dennwahr," sagte er,daß die Schweizer ihre ehemalige Heimweh-krankhcit verloren haben? Man sagt, durch Napoleons Kunst seidas Wunder vollbracht."

Vielleicht in den aristokratischen Städten. Bei uns Andernin den Bergländcrn und freigewordencn Unterthancnschaften könnt'Heimathsliebe und Heimweh vergrößert sein.

Wahrhaftig? Nehme» Sie sich in Acht, Sir FortunatuS Linthi,ich kann den Kühreihcn singen!"

Singen Sie nur.

Ich bin gar nicht grausam. Aber eS ist etwas Närrisches umeuch Schweizer mit dieser Krankheit."

Jedes Volk hat seine Eigenheiten, Sir. Mancher von uns,wenn er außer der Heimath ist, stirbt vor Sehnsucht nach ihr;und mancher Engländer, wenn er in der Heimath ist, stirbt vorUeberdruß derselben am Spleen, sobald er nicht auswandern kann.

Waren Sic in England?"