49 »
jeden Fall ist das Geständniß geschehen, und jetzt ist cs andem Obersten Everard, sich zu betragen wie er will."
„O Jhro Majestät! mein gnädigster Herr! mein König!mein königlicher Fürst!" rief Wildrake aus, der endlich ent-deckte, was vorgegangen war, und nun auf seinen Knieenrutschte, des Königs Hand ergriff und sie küßte — mehr wieein Kind das Zuckerbrod beleckt oder wie ein Liebhaber, derdie ausgestreckte Hand seiner Geliebten verschlingt, als aufdie Weise, wie man bei Hof es thut. — »Wenn mein theurerFreund Mark Everard sich bei dieser Gelegenheit als ein Hundbeweisen sollte, so verlassen Sie sich nur auf mich, daß ichihm auf der Stelle den Hals abschnriden werde, und sollteich cs einen Augenblick darauf mir selbst thun müssen."
„Still, still, mein guter Freund und getreuer Unlerthan,"sagte der König, »und beruhige dich; denn, obgleich Wir füreinen Augenblick genöthigt waren, den Fürsten hervortretenzu lassen, so haben Wir doch weder Muße noch Sicherheit ge-nug, Unsere Unterthanen im Königsornate zu empfangen."
Everard, der eine Zeitlang ganz verwirrt dagestandenwar, erwachte endlich wie aus einem Traume.
»Sire," sagte er, indem er sich tief und mit der größtenEhrfurcht verbeugte, „wenn ich Ihnen die Huldigung einesUnterthans mit Knie und Schwert nicht andiete, so ist esweil Gott, durch den die Könige regieren, Ihnen für jetzt dieMacht versagte, Ihren Thron wieder zu besteigen, ohne denBürgerkrieg von Neuem anzufachen. Daß Ihre Sicherheitvon meiner Seite Gefahr liefe, das braucht auch keinen Augen-blick Ihre Gedanken zu beunruhigen. Wenn ich auch IhrePerson nicht verehrte — wäre ich Ihnen auch nicht für dieGüte verbunden, daß Ihr edles Eingeständniß das Unglückmeines ganzen Lebens verhinderte, so würde doch, so weit ich
32 "