nes von Stande dich schon in einigen Stunden dazu bewegen,einen ausschweifenden Lord einem Herzen wie das weinige ist,vorzuziehen?"
»Nein, nein — ach glaube mir's doch — nein," sagteAleris im höchsten Kummer.
„Gib deine Antwort, die so kummervoll zu sein scheint,in einem Worte, und sage, wessen Sicherheit wegen nimmstdu so großen Antheil an der Sache?"
«Für beide — für beide," sagte Alexis-
»Die Antwort kann mir nicht genügen, Alexis," antworteteEverard, „hier handelt es sich nicht um Gleichheit. Ich mußund will wissen, auf waö ich mich zu verlassen habe. Ichverstehe das Schwanken nicht, daö ein Mädchen in Zweifelsetzt, wie cs bei zwei Bewerbern entscheiden solle; auch möchteich dir nicht gerne die Eitelkeit zuschreiben, dich nicht mireinem Liebhaber begnügen zu wollen."
Die Heftigkeit der Ausdrücke des Everard, als er seinelange, aufrichtige Ergebenheit bei den höfischen Reden eineslüderlichen Höflings schnell vergessen glaubte, erweckte denMuth der Aleris Lee, die, wie schon gesagt, auch in ihremCharakter etwas von der Löwenlaune hatte, die ihrer Familieeigen war.
„Wenn man mir so falsche Gedanken unterschiebt," sagtesie, „wenn man mich nicht des geringsten Vertrauens, nichteiner freundschaftlichen Auslegung würdigt, — dann höremeine Erklärung und meine Versicherung, daß, — wie son-derbar auch meine Worte scheinen mögen, — sie doch, rechtausgelegt, dich nicht beleidigen können. — Ich sage dir — ichsage es allen Anwesenden, und ich sage es diesem Edelmannselbst, der den Sinn dessen, was ich sage, wohl versteht, daßsein Leben und seine Sicherheit mir von größerem Werthe