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er kann den Unterthan seiner Pflichten, selbst durch einen aus-drücklichen Befehl, nicht entheben. Ich stehe hier, so lang esEw- Majestät gefällt, mich anzureden. — Ein geduldiger Zu-hörer, wie die Pflicht es gebietet."
„Wisse also einfaches Mädchen," sagte der König, „daßdu, indem du meine angebotene Neigung und meinen Schußannimmst, weder ein Gesetz der Tugend, noch der Moralitätverletzest. Diejenigen, welche zur Königswürde geboren wer-den, sind vieler Genüsse des häuslichen Lebens beraubt, —vorzüglich dessen, welcher vielleicht der theuerste und kostbarsteist — der Macht, nach eigenem Willen die Gefährtin ihresLebens zu wählen. Sie müssen nach politischen Berechnungenhcirathen, und sehr oft sind ihre Gemahlinnen dem Gemüthe,der Person und der Anlage nach gerade diejenigen, welcheam wenigsten paffen, sie glücklich zu machen. Darum hatalso die menschliche Gesellschaft Mitleid mit uns und knüpftunser unfreiwilliges und oft unglückliches Eheband mit leichte-ren und geschmeidigeren Ketten als diejenigen, weiche andereMänner fesseln, bei denen der Knoten des Ehebündnisses, daer freiwillig geflochten ward, auch verhältnißmäßig verbinden-der ist- Seitdem also der alte Heinrich diese Mauern baute,waren Priester und Prälaten, Adelige und Staatsmännerdaran gewöhnt, daß eine schöne Rosamunde das Herz eineszärtlichen Monarchen beherrscht und ihn für die Stunden desZwanges und des Prunkes entschädigt, die er einer boshaften,cifersücbtigen Eleonore widmen muß. An solchen Verbindun-gen knüpft die Welt keinen Tadel; sie drängt sich zu den Fe-sten, um die Schönheit der liebenswürdigen Esther zu bewun-dern, während die herrschsüchtige Wasti ihrer einsamen Herr-schaft überlassen wird; sie bestürmen den Palast, um ihrenSchutz zu erflehen, dessen Einfluß im Staate bei weitem größer