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19 (1852) Woodstock oder der Ritter
Entstehung
Seite
449
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WaS macht, daß ich leicht jetzt die Sorgen ertrageUnd herbe Erinn'rung vergangener Tage?

Ein Stündchen bei dir!

Ein Stündchen bei dir! wenn der Sonne GluthUni Mittag mir raubet die Kraft und den Muth;

Sprich, was vergütet dir rüstiger Held,

Die sauere Arbeit auf staubigem Feld?

Was kühlet wohl mehr mir, als Keller und EisDie Hitze des Bluts und den triefenden Schweiß?

Ein Stündchen bei Dir!

Ein Stündchen bei dir! wenn die Sonne sich neigt,

Und die Pflicht dann des Tages, die drückende schweigt;

WaS scheucht dann so Arbeit, wie Sorge und Müh'

Hinweg bis zur morgenden dämmernden Früh?

Dann denk ich an Druck nicht und nied'ren Gewinn,

O sprich, was verändert so sehr mir den Sinn?

Ein Stündchen bei dir!"

»Es gibt noch einen vierten Vers," sagte der Sänger,aber ich will ihn Ihnen, Fräulein Aleris, nicht Vorsingen,weil einige der Spröden vom Hofe ihn nicht liebten-"

Ich danke Ihnen, Mr. Louis," antwortete die jungeDame,sowohl für den Gesang, welcher mich erfreute, alsfür die Verschweigung dessen, was mich beleidigen konnte; ob-gleich ich ein Landmädchen bin, so nehme ich doch insoferndie Hofsitte an, daß ich das zurückweise, was die bessere Klasseverschmäht."

Ich wünschte," antwortete Louis,daß Sie fest in derMeinung wären, alles Das anzunehmcn, was die Hofdamennicht verschmähen."

Und was würde die Folge sein?" sagte Alexis mit voll-kommener Ruhe.

In diesem Falle," sagte Louis, verlegen wie ein General,welcher findet, daß seine Vorbereitungen zum Angriff denWoodstock. 29