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19 (1852) Woodstock oder der Ritter
Entstehung
Seite
401
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durchaus nicht ohne Gewiffenszweifcl angenommen. Es wareine Art zu urtheilen, die er durch seine allzugroße Vertrau-lichkeit mit den witzigen und ausschweifenden jungen Adeligenangenommen batte, die ihn umgaben. Es kam von seinemUmgänge mit Villiers, Willmot, Sedley und Anderen her,deren Geist bestimmt war, das Zeitalter und den Monarchenzu verderben, von dessen Charakter späterhin so viel abhing.Solche Männer, erzogen unter den Ausschweifungen einesBürgerkrieges, Männer, welche nie das Joch getragen hatten,welches in gewöhnlichen Zeiten die Gewalt der Eltern und derVerwandten den stürmischen Leidenschaften der Jugend auf-legen, Männer, die, mit jeglichem Laster bekannt, es durchRath und That empfehlen konnten, und alle edleren Gefühle,welche den Menschen davon abhalten, seinen ungesetzlichenLeidenschaften zu fröhnen, lächerlich machten. Auch die Schick-sale des Königs hatten dazu beigetragen, daß er sich zu jenerepicuräischen Lehre neigte. Er sah sich mit den höchsten An-sprüchen auf Mitgefühl und Beistand von den Höfen, die erbesuchte, kalt behandelt, mehr wie ein begünstigter Bittsteller,als wie ein verbannter Monarch. Er sah seine Rechte undAnsprüche mit Verachtung und Gleichgültigkeit behandelt,und in demselben Verhältniß söhnte er sich dann auch wiedermit der hartherzigen egoistischen Ausschweifung aus, welcheihm eine augenblickliche Erholung versprach. Wenn man dasnur auf Kosten des Glückes der Anderen erlangen könnte,sollte grade er darüber so zartfühlend sein, da er Andere be-handelte, wie die Welt ihn?

Aber obgleich der Grund zu diesem unglückseligen Systemeschon gelegt war, so ergab sich ihm doch der Prinz in seinerfrüheren Jugendzeit nicht so ganz, wie später, als sich vonfeiner Wiedereinsetzung unerwartet eine Thüre öffnete- ImWvodstvik. 28