schasten ausstatte, nicht auch körperliche Fehler verhindernkönne.
„Sie mißverstehen mich, Herr," sagte Alcris, „ich stattemit gar nichts aus. Ich versuche es nur, unfern König zumalen, so wie ich hoffe, daß er ist, so wie ich sicher bin, daßer sein kann, wenn er es wünscht. Dieselben allgemeinen Be-richte, welche seine Züge als uneinnehmend schildern, sagen,daß seine Talente vom ersten Range sind. Er besitzt also dieMittel, zur Vortrcfflichkeit zu gelangen, wenn er sie eifrigausbildet und nützlich anwendet. — Wenn er seine Leiden-schaften beherrscht und sich von seinem Verstände leiten läßt.Ein jeder Gute kann nicht immer vernünftig sein; aber essteht in der Macht eines jeden Vernünftigen, wenn er will,eben so vorzüglich an Tugenden zu sein, wie an Talenten."
Der junge Kernegup stand plötzlich auf und ging in derStube auf und ab, aber ehe noch der Ritter eine Bemerkungüber die sonderbare Lebhaftigkeit machen konnte, die ihn er-griff, hatte jener sich schon wieder auf seinen Stuhl gesetztund sprach mit etwas veränderter Stimme: „cs scheint also,Fräulein Alexis, daß die guten Freunde, welche Ihnen diesenarmen König beschrieben haben, ebenso ungünstig in ihremBerichte hinsichtlich seiner Moralität, als seiner Person ge-wesen sind?"
„Die Wahrheit muß Ihnen wohl besser bekannt sein,Herr," sagte Alexis, „als es bei mir der Fall sein kann.Einige Gerüchte find im Umlauf gewesen, welche ihn einerAusschweifung beschuldigen, die, was auch die Schmeichlersagen mögen, doch wenigstens dem Sohn des Märtyrers kei-neswegs ziemten — ich würde mich glücklich fühlen, wennich sie durch einen glaubwürdigen Zeugen widerlegt fände."
»Ich wundere mich über deine Thorheit," sagte Sir Henry