wagte, sich anders zu bewegen, als auf den Spitzen ihrerSchuhe, nahm irgend eine weibliche Handarbeit, setzte sichnahe an die Seite des alten Mannes, die Finger an ihremWerke beschäftigt, während ihre Augen von Zeit zu Zeit mitdem liebevollen Eifer, wenn auch nicht mit der wirklichen Ge-walt eines Schutzengels auf dem Vater ruhten. Endlich ver-löschte die Flamme, und als die Nacht cinbrach, wollte sieLichter bringen lassen. Aber da sie bedachte, welch ein schlech-tes Lager Jocolins Hütte dargeboten hatte, so hätte sie nichtum Alles den ersten gesunden erfrischenden Schlaf unterbro-chen, welchen ihr Vater nach zwei Tagen und zwei Nächtenwahrscheinlich wieder zum erstenmal genoß.
Sie selbst hatte keinen andern Zeitvertreib, als sich andas große Gitterfenster zu setzen (dasselbe, durch welches beieiner früheren Gelegenheit unser Freund Wildrake Tomkinsund Jocolin beim Abendessen erblickt hatte), als die Wolkenzu beobachten, welche ein leichter Wind zuweilen von der brei-ten Scheibe des herbstlichen Mondes verscheuchte, während erihnen dann wieder erlaubte, sich zu häufen und seinen Strah-lenglanz zu verdunkeln. Es liegt für die Einbildungskraft,ich weiß zwar nicht warum, irgend etwas besonders Lieblichesdarin, die Königin der Nacht zu betrachten, wenn sie zwi-schen den Dünsten schwebt, welche sie zu zeriheilen nicht dieMacht hat, und welche dagegen ihrer Seits außer Standefind, ihren Glanz zu verlöschen- Es ist das deutliche Bildder leidenden Tugend, welche ruhig ihren Weg geht, bei gu-tem und üblem Ruf, da sie sich jener inneren Vortrefflichkeitbewußt ist, welche allgemeine Achtung erregen sollte, die aberin den Augen der Welt durch Leiden, durch Unglück und durchVcrliiumdung umnebelt wird. Als Aleris Einbildungskraftwahrscheinlich von diesen Betrachtungen durchdrungen war,