Druckschrift 
19 (1852) Woodstock oder der Ritter
Entstehung
Seite
252
Einzelbild herunterladen
 

Wisse aber, daß wir dir nichts Uebeis thun wollen du bistaus dem Geschlechie der Falken, bist von edler Art, obgleichdu, unberufen und irre geführt, dich zu Eulen und Fleder-mäusen hältst. Beflügele deine Flucht von hier an dem mor-genden Tage, denn, wenn du ferner bei den Uhu's, den Fle-dermäusen und den Naben hausest, welche hier nisten, so trifftdich unvermeidlich dasselbe Schicksal, das Ihnen bcvorsteht.Eile also von hinnen, damit diese Hallen zum Empfang derje-nigen vorbereitet werden, welche ein größeres Recht haben, siezu bewohnen."

Evcrard antwortete mit erhobener Stimme:Ich warnedich nochmals, biete mir nicht vergeblich die Stirne. Ich binkein Kind, das man mit Gespenstergeschichten erschrecken, undkeine Memme, die bewaffnet die Drohungen der Banditenfürchtet. Wenn ich auch nur einen Augenblick Nachsicht mitEuch habe, so geschieht es wegen theurer, irre geleiteterFreunde, die in das gefährliche Complott verwickelt sein mö-gen. Wißt, daß ich das Schloß mit Soldaten umzingeln las-sen kann, welche in den verborgensten Gängen den Urheberdieses kühnen Frevels ausfinden werden, und daß, falls dieDurchsuchung nicht zum Zweck führen sollte, einige Fässer mitPulver hinreichen, dieses Gebäude in einen Steinhaufen zuverwandeln, und die Urheber eines solchen schlecht gewähltenZeitvertreibs unter den Ruinen zu begraben."

Ihr sprecht stolz, Herr Oberst," sagte eine andere rau-here Stimme, welche derjenigen glich, die ihn in der Gallerteangcredet hatte;versucht Euren Muth hichcr."

Ihr solltet es nicht wagen, mich zweimal aufzusordern,"sagte Oberst Everard,wenn ich ein Licht hätte, um zuzielen."

Kaum hatte er es gesprochen, als ein Lichtstrahl das Zim-