115
dachtsam — bist rasch, und ich schwöre es dir zu, wenn dudich in der Sache, die ich dir anvertraue, verriethest, so wür-den mich die schlimmen Folgen, die es für mich hätte, ingrößere Besorgniß setzen, als der Gedanke, dich in eine solcheGefahr zu bringen."
„Nein, Mark, wenn du in diesem Tone sprichst," versetzteder königlich Gesinnte, indem er zu lächeln versuchte, um eineandere Gemüthsstimmung zu verbergen, „wenn du so sprichst,so wirst du uns beide zu Kindern machen; vertrau' dich miran, wenn Zeit und Umstände es erfordern, so kann ich auchvorsichtig sein. Wenn es galt, wachsam zu sein, sah mich nochNiemand trinken. Ich will auch gewiß keinen Schoppen Weinversuchen, bis ich dir deinen Auftrag besorgt habe. Es bleibtalso dabei, ich bin dein Sccretär — dein Schreiber, wollteich sagen, trage deine Depeschen zum Cromwell, und nehmemich wohl in Acht, mich durch mein Stückchen von Ropalitätzu verrathen, auch werd' ich es bestens den lopalen Händenübergeben, an die cs in tiefster Unterthänigkeit adressirt ist. —Aber höre Mark, denke doch noch ein wenig darüber nach, duwirst es doch gewiß nicht so weit treiben, daß du mit diesemblutigen Rebellen gemeine Sache machst? Befiehl mir lieber,ihm einen Stiletstich zu geben, ich werde cs gewiß mit besse-rem Willen thun, als ihm dein Packet zu überreichen "
„Halt Freund," sagte Everard, „das geht über unserenContract hinaus! Wenn du mir Helsen willst, so ist es gut,im entgegengesetzten Fall kann ich keine Zeit verlieren, ummit dir zu streiten; ein jeder Augenblick, welcher verstreicht,ehe der Brief in den Händen des Generals ist, scheint mirein Jahrhundert zu sein. Es ist der einzige Weg, der nochoffen steht, um für meinen Oheim und seine Tochter Schutzund Obdach zu erhalten."
8 *