zugreisen. Ich scheide von Euch in dieser Nacht, so Ihr Mcnschen-blut vergießet!"
— Beruhige dich, Freund! ries Herr Rüdiger ihm zu, indemer seine Hand auf des Lollhards Arm legte, um ihn zurückzuhalten:Laß dich Gangolfs Ungestüm nicht schrecken. Es ist an mir, zurichten, nicht an ihm. Der Thomas hat das Leben verwirkt; abernicht uns steht es zu, ihm die verdiente Strafe zu geben. Gesetzt,er wäre in meine Gewalt gefallen, so hätte Bern zu entscheiden.Ich würde ihn, als Gefangenen, meinen gnädigen Herren vonBern überantworten, mit denen er in Fehde steht. — MeisterJsenhofer, Hab' ich Recht?
Jsenhofer, mit einer bedenklichen Miene, zog langsam die Achselngegen die Ohren und sagte: „Obwohl ich vom Hause Falkensteingroße Freundschaft genoffen, kann ich doch des Thomas Fürsprechnicht fein. Aber so viel sch' ich, daß Ihr kein Recht habet, denFreiherr«, so er in Euer« Händen ist, zu tödten. Anders wär' esin offenem, ehrlichem Streit. Ihr würdet grausamer thun, alsdie Eidgenossen vor Greifensee, wo doch eine ganze KriegSgemeincüber die Besatzung richtete, die sich auf Gnad' und Ungnade denUeberwindern ergeben hatte. Ihr würdet Berns Vorwürfe er-fahren, und durch einen Mord die volle und ewige Blutrache desmächtigen Hauses Falkenstein und des gesammtcn ihm befreundetenAdels und des österreichischen, auf Euch und die unschuldige StadtAarau leiten. Das wären die unabsehbaren Folgen vom Tode desFreiherr«. — Anderseits aber, ich muß es bekennen, scheint mireine Auslieferung des Falkenstcins an die Stadt Bern nicht mindergefährlich. Die staatskluge Stadt läßt diesen kriegSgefangenenFeind auf keinen Fall hinrichten. Sie wird ihn sich gewißlich mitgrößer». Vortheil, als Unterpfand und Geisel bewahren, weil derKriegsgang auch ihr noch mancherlei Wechsel bringen kann. Siemuß und wird, beim Friedensschluß, ihn gegen gutes Lösegcld