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Unkundc, und behaupteten, baß nur der Burgvogt darum wisse»könne, wenn Jungfrauenranb geschehe» sei. Viele baten den Vogtmit Jammer und Thränen, daß er nicht das Unglück Aller aufseine Seele laden, sondern das Verborgenste entdecken und sie »ndsich selber retten solle; viele stießen die schrecklichste» Verwünschungenund Flüche gegen ihn aus, wenn er nicht reden würde.
„Gott soll sich meiner armen Seele in Ewigkeit nicht erbar-men, wenn ich lüge, der ich die Tochter dieses alten Mannes niegesehen habe!" schrie heulend der Vogt! „Euch Leuten allen ist'Sbekannt, daß, außer dem Alte» dort, keine fremde Seele imSchlosse wohnt. Aber cS kan» ja möglich sein, daß die entführteJungfrau ins Schloß Farnsburg gebracht worden ist. Ihr wissetdoch, Leute, wie vielerlei Gerätst und Kostbarkeiten vor wenigenTagen plötzlich von hier dorthin geschafft werden mußten, dessensich damals Jedermann verwunderte. Warum möget Ihr michjetzt aufalleu, und mich mit Euerm lästerliche» Geschrei vor demgestrengen Herrn Ritter Trüllerey, diesem sonst so liebreichen, ge-rechten und gnädigen Herrn, verdächtig machen? Ja, gnädiger Herr,tausend martervolle Tode will ich sterben, wenn ans meinem Mundegegen Euch Lug und Trug geht."
Nun erhob sich unter allen Schwerbeängstigtcn neues Geschrei,in welchem die Aussage des Vogts, und die Ausfuhr vieler Ge-räthschaften nach Farnsburg bezeugt wurde.
„Auch wolle Eure Gnade zur Erkenntniß meiner Unschuld be-denken," fuhr der Vogt in seiner Schutzrede fort: „daß man keinegeraubte Jungfrau in diese Burg cingcbracht habe» würde, die-weil die gnädige Freifrau selbst und des Herp» Hansen vonFalkeu-stcin Fräulein Tochter darin Wohnsitz hatten."
Dieser Grund leuchtete dem Ritter ein. Er warf die Blickesuchend umher und rief: „Auch diese sch' ich nicht. Warum wei-gern sie sich zu erscheinen? Führe sic herbei, Vogt!"