Druckschrift 
5 (1851)
Entstehung
Seite
308
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hättet Lust, nur zu wehren, heut' mein Nachtlager in Laufenburgzu finden. Ich will Euch das Eurtge zur Stunde geben. VoranSchultheiß Effinger, Herr Von Urgtz; Euch ziemt'S, den Rethenanzuführen, und der edle Rath mit den Pfahl- und Spießbürgernfolge nach Stande-Sgebühr. Kniet nieder, verrichtet Euer» letztenStoßseufzer inSgesammt, und schicket Euch zum ewigen Schlaf an.He! Hännncrli, vor mit den Knechten! Entblöße die Hälse undzucke das Schwert."

„Ich bin deines Erbarmens von Herzen froh!" sagte mitstarker Stimme Schultheiß Effinger: „Den Dank für das Vcr-rätherstück, böser Wicht, bring' ich dir in jenem Leben!" Ersprach'S und fiel mit beiden Knien sogleich ans die Erde.

Wie dies Hans von Rechbcrg sah, der in einiger Entfernungmit den Baldeggern wortwcchselte, sprengte er zum Landgrafenhin und rief: „Was hast du vor, Thomas? Dürstet dich zumzweiten Mal nach dem Blut dieser unschuldigen Männer?"

„Wäre hier nicht eben so gut mähen, Rechbcrg, als auf derWiese bet Greifcnsee?" antwortete der Freiherr.

„Falkenstcin!" rief Rechbcrg mit Abscheu: „Du hast Mordesgenug an den biderben Leuten begangen. Hättest du mir's vorhergesagt, wie du zu Brugg dein Spiel treiben wollest, du hättestmich nimmer mit dir hergebracht."

Der Freiherr runzelte die Stirn tief und rollte die rothen Augenumher im Kopf, unschlüssig, was thun? denn er hatte allerdingsHanse» von Rechbcrg zu schonen.

„Laß den Schächer» das nackte Leben!" sagte Graf Jörg vonSulz zu ihm: „Kannst sie den Armagnakcn zu Knechten in ferneLänder verkaufen."

Indem sah man einen Reiter längs dem Eichenwalde, vonBrugg her, mit verhängtem Zügel heranjagen. Sobald er nacheinigen Minuten näher kam, rief er schon von weitem: „Aufgc-