Druckschrift 
5 (1851)
Entstehung
Seite
82
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K2

glaube, du bist ci» Lollhard, nur mit buntcu Federn, Gesterntraf ich solchen au der Stille; er predigte mir Zeugs, wie du.Hält' er nicht einen Engel vom Himmel bei sich gehabt, ich hättewohl mehr von ihm gelernt."

— Aha, den Engel, Herr Trüllcrch, den Ihr zu Brugg vomEsel herablüpftct, und ein Weilchen über Gebühr an Eure Brustdrücktet?

„Wer sagte dir das?" entgcgnctc Gangolf, der ei» Erröthcnnicht von seinen Wangen abwchrcn konnte.

— Jedes meiner Augen! crwiederte Jscnhofcr: Die Jungfrauvon Falkenstein, mit welcher der Herr von Hemmenhofen und icheben vorübergingcn, erkannt' Euch auf der Stelle. Ihr wäretblind, weil Ihr nicht sähet, daß wir still standen. Der gern ge-fällige, geschmeidige Ritter Bcntelin übernahm cs noch denselbenAbend, den Engel in der Herberge näher zu beschauen.

„Wie, war er dort?"

— Aus Auftrag Eurer Braut, die vielleicht Ursach haben mochte,neugieriger zu werden, als sonst Wcibcrlein find.

„Sag' mir, ehrlicher Freund, wie steht Bcntelin mit demFräulein von Falkenstein?"

— Seid Ihr eifersüchtig? Wohlan, ich will mein Handwerktreiben, anblasc» statt zu löschen. Bcntelin ist reich, großen Ge-schlechtern verwandt, künftiger Erbe ansehnlicher Güter, ein feinesMännlein, hat welsches Wesen, ein artiges Gesicht! . . .

„Blase! Jsenhofer, blase!"

— Item: Fräulein Ursula ist ein Mädchen, zweitens ein Mäd-chen, drittens ein Mädchen, i»I osi: sie weiß, daß sie schöner ist,als sie selbst; gefällt gern, ist reizbar, stol,, warmblütig, ewigerAprilhimmel. Sic macht nichts ans Augenblicken und Jahren;der Augenblick aber ans ihr Alles.

„Blase, blase!"