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18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
207
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Ende bringen konnte, hatte Arthur die fröhlichen Zuge Känn-chen Veilchens entdeckt, eines Mädchens, die, obgleich ihr Ge-schäft blos in der Bedienung Anna's von Geierfrein bestand,doch ans Geierstein hohe Achtung genoß. Sie war ei» keckesMädchen und an keinen Rangunter chiev gewohnt. Daraufwurde überhaupt von den einfachen Bewohnern der Schweizer-berge wenig geachtet, und so war sie st?ts bereit, mit den jun-gen Leuten aus des Landammanus Familie zu lachen und zuscherzen. Das fiel Niemand auf, da die Bergfitten keinen Un-terschied machten zwischen Herrin und Dienerin, wenn nichtden, daß die Gebieterin ei» Mädchen war, welches Hülfe be-durfte, und die Dienerin, ibr solche zu bieten und zu leistenvermochte. Eine solche Art von Vertraulichkeit wäre vielleichtin andern Ländern gefährlich gewesen; die Einfachheit derSchweizer Sitten und der eigenthümlicbe, entschlossene undverständige Charakter Kännchens bewirkte, daß alle Beziehun-gen, welche zwischen ihr und den jungen Leuten in der Fa-milie bestanden, sich immer innerhalb der Gränzen der Ehr-barkeit und Unschuld erhielten, obschon des Mädchen im Ver-gleich mit dem in mehr verfeinerten Ländern üblichen Betra-gen keck und frei war.

Arthur selbst hatte Hannchen nicht wenig Aufmerksam-keit bewiesen; denn zufolge der Gefühle, welche er gegenAnna von Geierstein hegte, mußte ihm natürlich viel daranliegen, daß er sich die Gunst ihrer Dienerin verschaffte. Dieswar etwas, was ein hübscher, junger Mann mit seinen Auf-merksamkeiten leicht erringen konnte. Es kam aber nochdazu, daß er ihr freigebig kleine Geschenke von Kleidungs-stücken oder Putzsachen machte, welche die Dirne nicht zurück-zuweisen das Herz halt!, wie treu sie auch/ihrer Herrin war.

Die Gewißheit, daß er in Anna's Nähe und wahrschein-