Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
142
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Holz, mit Baumrinde bedeckt, bezeugte, zu welchem Zweckesie jetzt bestimmt war. Die Kapelle und Alles rings umathmete Frieden und feierliche Ruhe und der tiefe Ton desgewaltigen Stromes schien jeder Menschenstimme Schweigenzu gebieten, die sich vermaß, sich mit seinem feierlichen Mur-meln zu menge».

Als Philipson in der Nähe davon anlangte, nahm Bar-tholom» den Vortheil wahr, den ihm das Schweigen desselbenverschaffte und stimmte zwei Strophen eines Lobgesangs aufUnsere liebe Frau zur Fähre und ihren getreuen VerehrerHans an. Dann brach er in dem begeisterte» Ausruf los,Kommt hieher die ihr Schiffbruch fürchtet, hier ist ein siche-rer Hafen für Euch! Kommt hieher die ihr verschmachtetvor Durst, hier ist ein Gnadenquell für Euch. Kommt herdie ihr müde und weitgereis't seid, hier ist ein Platz wo ihreuch erfrischen mvget!" Er würde noch lange in diesem Tonefortgcmacht haben, wenn ihm nicht Philipson ernstlich Schwei-gen geboten hätte.

Wäre deine Frömmigkeit völlig acht," sagte er,sowäre sie weniger lärmend; es ist aber gut, das Rechte zuthun, selbst wenn ein Heuchler es uns anempfiehlt. Wirwollen in diese heilige Kapelle treten und um einen glücklichenAusgang für unsere gefährliche Reise bitten."

Diese letzten Worte griff der Ablaßkrämer auf.

Ich wußte wohl," sagte er,daß Eure Ehren zu be-dachtsam ist, um an dem heiligen Orte vorüberzugehen ohneunsere liebe Frau zur Fähre um Schutz und Verwendung zubitten. Wartet nur einen Augenblick, bis ich den Priesteraufgefunden, der diesen Altar versieht. Cr soll eine Messefür uns lesen."