Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
140
Einzelbild herunterladen
 

140

stand auf einer kleinen Anhöhe, unter Bäumen und Busch-werk versteckt das kleine Städche» Kirchhofen. Ein Kahn,der vom linken Ufer abging, konnle selbst im glücklichen Falleden Fluß nicht in gerader Rlckitung durchschneiden, sonderndie entgegengesetzte Seite des tiefen und weiten Rheinstromsnur iu schräger Richtung gegen Kirchhofen hin erreichen.Dagegen mußte ein von Kirchhofen abgehendes Boot günsti-gen Wind und gute Ruder haben, wollte es seine Labungund Bemannung an der Kapelle zur Fähre ans Land setzen,es sei denn, daß es unter dem wundersamen Einfluß stand,welchen das Bildniß der heiligen Jungfrau in dieser Bezie-hung ausübte. Die Verbindung zwischen den, vstl wen undwestlichen Gestade, wurde also auf dem Strome blvs durch Zug-schiffe unterhalten und diese wurden auf der östlichen Seiteso weit hinaufgeschafft, daß der Weg, den sie bei der lleber-sahrt machten, mit dem Punkte zusammentraf, an welchemsie zu landen wünschten und sie im Stands waren, ihn ohneMühe zu erreichen. Daher kam es natürlich, daß die Ueber-fahrt aus dem Elsaß nach Schwaben die leichtere war und

daß die Fähre mehr von Leuten benützt würde, die nach

Deutschland zu gehen wünschten, als von Reisenden, die ausentgegengesetzter Richtung herkamen.

-Als sich der ältere Philipson durch einen Blick rund umvo>i d?r Lage der Fähre vergewissert hatte, sagte er zu sei-nem Sohne mit Festigkeit,fort, mein lieber Arthur, undthu was ich dich geheißen."

Das Herz zerrissen von kindlicher Bangigkeit, gehorchteder junge Mann und schlug den einsame» Weg nach den

Hütten ein, in deren Nähe Boote vor Anker lagen, die

manchmal so gut zum Fischen als für die Zwecke der Fährebenutzt wurden.