Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
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Und, Jungfer Anna," sagte ich,man kennt recht gut dieVerwandtschaft, ron welcher du herkomnist, und wenn du mirnoch einmal einen von deinen Doppelgängern schickst, so laßsie eiserne Kappen auf die Kopfe setzen, denn ich will ihnendie Lange und Schwere einer Schweizer Hellebarde zu kostengeben, kommen sie, in welcher Gestalt sie wollen." Da schrieindessen AllesSchäm' dich!" und mein Vater trieb michwieder mit eben so wenig Mitleiden hinaus, als den altenHaushund, der sich von seiner Wache an den Heerd herein-gestohlen hatte."

Der Berner erwiederte mit Kälte, .fast mit Verachtung,du hast auf deinem Posten geschlafen, Siegmund, LaS ist eingroßes militärisches Vergehen und im Schlaf hast Lu geträumt.Es war ein Glück, daß der Landammann deine Nachlässigkeitnicht ahnte, sonst wärest du nicht wie ein fauler Hofhund zudeiner Pflicht zurückgeschickt, sondern als einer, der kein Ver-trauen verdient, in deinen Stall nach Geierstein zurückgejagtworden, wie es dem armen Ernst wegen einer geringerenSache geschehen ist."

Ernst ist doch noch nicht zurückgegangen," sagte Sieg-mund,und ich denke, er wird in Burgund so weit kommen,als wir ans dieser Reise. Ich bitte dich jedoch, Hauptmann,mich nicht wie einen Hund zu behandeln, sondern wie einenMann, und mir einen zu schicken, der mich ab löst, statt hierin der kalte» Nachtluft zu schwatzen. Wenn es morgen etwaszu thun gibt, wie ich wohl vermuthe, so wird ein MundvollNahrung und eine Minute Schlaf eine paffende Vorbereitungdazu sein und ich habe hier die zwei tödtlich langen Stunde»Wache gestanden."

Dabei gähnte der junge Riese fürchterlich, wie um dieGründe seiner Forderung zu verstärken.