Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
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formen zeigte (denn einen solchen Anzug verboten die Gesetzedes Kantons über de» Aufwand), noch fv weit, daß cs amGeben oder Steigen hinderte, überdeckte einen fester an-schließenden Rock von anderer Farbe und ging bis unter dieMitte der Beine herab, ließ aber den Knöchel in all seinenschönen Verhältnissen vollständig stchtbar- Am Fuß trug sieSchuhe mit aufwärts gekehrter Spitze. Die Bänder, welchesie vorn am Fuß befestigten, waren an Stellen, wo sie sichkreuzten oder Schleifen bildeten, mit Silberschnallen besetzt.Das Oberkleid wurde in der Mitte durch einen bunten seide-ne» Gürtel, mit Goldfäden durchwirkt, zusammengehalten;das untere Kleid war am Hals offen und ließ einen schöngeformten und außerordentlich weißen Hals bis einen oderzwei Zoll unter die Halskette erblicken Der kleine Theil desHalses und Busens, den man sehen konnte, war viel schöner,als das Gesicht vermukhen ließ, welches Spuren dapon trug,daß es ohne Bedenken der Sonne und Lust ausgefetzt wurde.Dies that jedoch der Schönheit des Mädchens, keineswegsEintrag, sondern erwies vloß, daß sie eine Gesundheit besaß,wie man sie durch die Gewohnheit ländlicher Beschäftigungengewinnt. Ihr langes schönes Haar fiel in einer Fülle vonLocken auf jeder Seite des Gesichts herunter. Die blauenAugen und lieblichen Züge desselben nebst der würdigen Ein-fachheit des Ausdrucks deuteten einen milden Charakter unddie selbstvertrauenbe Entschlossenheit eines Gemükhs an, daszu tugendhaft ist, um Schlimmes zu argwöhnen, und zu er-haben, um es zu fürchten, lieber diesen Locken, der natür-lichsten und passendsten Zierde der Schönheit, oder, wie icheigentlich sagen sollte, in ihnen, saß ein Häubchen, welchesvermöge seiner Größe kaum dem Zweck der Kopfbedeckungentsprach, aber die Geschicklichkeit der schönen Trägerin in